Grünes Rezept

Kein herkömmliches Kassenrezept

Wann wird das grüne Rezept ausgestellt? Wie sieht es aus? Was steht auf dem grünen Rezept? Und: Kann man die Kosten geltend machen?



Das grüne Rezept sieht auf den ersten Blick wie ein herkömmliches aus - nur ist es nicht rosa, sondern grün. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die darauf genannten Mittel vom Patienten selbst bezahlt werden müssen, weil sie nicht mehr Teil des gesetzlichen Leistungskatalogs sind. Verordnet wird das grüne Rezept vom Arzt, wie das herkömmliche Rezept auch. Damit signalisiert es dem Patienten: Die Einnahme ist medizinisch geboten, allerdings werden die Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen. Trotzdem hat das grüne Rezept eine wichtige Funktion. Denn oft ist ein nicht verschreibungspflichtiges Medikament das beste Mittel und unverzichtbar für den Erfolg einer Therapie.


Notwendig, aber nicht verschreibungspflichtig
Immer dann, wenn Ärzte ein Arzneimittel verordnen, das nicht verschreibungspflichtig, aber wichtiger Bestandteil der ärztlichen Behandlung ist, kann ein grünes Rezept ausgestellt werden. Die meisten dieser Medikamente, die man rezeptfrei in der Apotheke kaufen kann, dürfen von den gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr bezahlt werden. Der Arzt vermerkt auf dem grünen Rezept alle wichtigen Daten, wie z. B. den Namen des Präparats, den Wirkstoff, die Darreichungsform und die Packungsgröße. Diese Informationen sind für die Apotheker notwendig - und für die Patienten sind sie eine wichtige Merkhilfe, denn sonst müssten sie alle Details ihrer Verordnung im Kopf behalten. Wie ein Privatrezept erhält der Patient das grüne Rezept in der Apotheke zurück, nachdem er die Arzneimittel bekommen hat.

Ausnahmen von der Regel
Normalerweise müssen die Patienten die Kosten für nicht verschreibungspflichtige Mittel selbst bezahlen. Auch bei der Berechnung zur Zuzahlungsbefreiung spielen sie somit keine Rolle, da die Versicherten in diesem Fall ja keine Zuzahlung leisten, sondern die gesamten Kosten übernehmen. Doch es gibt einige Ausnahmen: Bei der Behandlung schwer wiegender Erkrankungen können freiverkäufliche Arzneimittel, die als Therapiestandard gelten, weiterhin von Vertragsärzten verordnet und von der Kasse erstattet werden. Die Liste der verordnungsfähigen rezeptfreien Arzneimittel (so genannte OTC-Präparate) ist im Internet unter http://www.gesundheitsreform.de/   einsehbar. Des Weiteren gibt es Ausnahmen bei Verordnungen für Kinder bis zu zwölf Jahren und für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zu 18 Jahren.

Übrigens: Patienten können das grüne Rezept nutzen, um bei ihrer Einkommenssteuererklärung eine außergewöhnliche Belastung im Sinne der Abgabenordnung nachzuweisen. Deshalb ist es ratsam, die grünen Rezeptformulare plus Quittungen zu sammeln.


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