Alkohol und Sucht in Beziehungen
Der häufigste Auslöser von Gewalt in der Familie ist Alkohol. In mehr als der Hälfte aller Fälle von Partnermisshandlung ist Alkohol im Spiel. Ungefähr 40 Prozent aller Männer, die sich an ihren Frauen vergreifen, sind entweder schwere Alkoholiker oder so genannte "Quartal"-Trinker. In der Hälfte aller Fälle von Mord an Partnern oder Partnerinnen hatten die Täter zum Tatzeitpunkt Alkohol im Blut.
Unter dem Einfluss von Alkohol erhöht sich die Bereitschaft zu gewalttätigen Konflikten: Er senkt die Hemmschwelle, verstärkt die Emotionen und lässt so ansonsten in den Tiefen der Seele verborgene Aggressionen explosionsartig an die Oberfläche treten.
Zwar ist Alkoholismus die am weitesten verbreitete schwere Suchterkrankung, doch stellt fast jede Sucht - ob das nun Drogen-, Kauf- oder Sexsucht ist - ein erhöhtes Risiko familiärer Gewalt und des Scheiterns von Beziehungen dar.
Rat und Hilfe in Konfliksituationen
Da an einer Suchterkrankung nicht nur der Betroffene, sondern sein gesamtes familiäres Umfeld beteiligt ist - das kann sich über Generationen erstrecken - sollte Hilfe unbedingt von außen kommen. Nur außerhalb der familiären Verstrickungen kann der Halt gegeben werden, der notwendig ist, um die Suchtdynamik zu durchbrechen.