Frühere Partner

Wenn Menschen eine neue Lebensgemeinschaft eingehen, ist ihre Trennung von früheren Partnern emotional nicht immer abgeschlossen. Meistens liegt das daran, dass es nicht ganz gelungen ist, sich der Trauer und dem Abschied im Zuge der Trennung zu stellen und zu einer eigenständigen Neuorientierung zu finden.

Diese Schritte sind aber notwendig, damit die neue Partnerschaft frei von destruktiven Altlasten gestaltet werden kann. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass durch die nun erfolgenden Veränderungen im Beziehungsgeflecht Nachscheidungskonflikte ausgelöst werden.
 
Besonders wenn Kinder vorhanden sind, gibt es viele potentielle Reibungsflächen: Der noch alleinstehende Partner kann sich in seiner elterlichen Position bedroht fühlen oder eifersüchtig werden; Veränderungen in den Lebensumständen, etwa ein Umzug oder ein Schulwechsel, können bisherige Umgangsregelungen umstoßen; die Schuld an in Wahrheit entwicklungsbedingten Problemen der Kinder kann dem außerhalb lebenden Partner zugeschrieben werden.

Spannungen und Konflikte in der neuen Partnerschaft werden nicht selten dadurch verwischt, dass der frühere Partner oder die frühere Partnerin zum Feindbild stilisiert wird. Umgangs- oder Besuchsrechtsregelungen bezüglich der Kinder, aber auch finanzielle Angelegenheiten lassen sich leicht zu Ersatz-Kampfschauplätzen umfunktionieren.


Prioritäten setzen
Wer sich dieser Fallen bewusst ist, kann gezielt dagegen angehen. Dabei sollten klare Prioritäten gesetzt werden: An erster Stelle steht das Wohl der Kinder, die weder für die Trennung ihrer Eltern noch für deren neue Partnerschaft irgendeine Verantwortung tragen. Als Nächstes kommt die neue Verbindung, in der beide Partner das Recht auf eine solidarische Gemeinschaft haben. Falls ein früherer Partner oder eine frühere Partnerin Unterstützung braucht, so sollte diese aus seinem bzw. ihrem Freundes- oder Familienkreis kommen. Dazu besonders geeignete Personen können allenfalls darauf hingewiesen werden, dass ihre Hilfe erforderlich scheint.


Rat und Hilfe in Konfliktsituationen
Falls die Konflikte - oder auch das verbissene Schweigen darüber - die Beziehung zu sehr belasten, kann es hilfreich sein, Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen. Das kann geschehen, indem die Partner sich an eine Familien- oder Eheberatungsstelle oder einen guten Therapeuten wenden, wo ihnen geholfen wird, ihren Wust von Missverständnissen und ungelösten Problemen auseinanderzuklauben.  


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