Die Spätfolgen von sexuellem Missbrauch
Schwierigkeiten, Sexualität unbeschwert zu erleben, können die Folge von sexuellen Missbrauchserlebnissen sein. Solche Erfahrungen bedeuten in jedem Lebensalter eine große seelische Belastung, doch je jünger das Opfer, desto größer die Verletzungen, die zurückbleiben. Was derartige Fälle noch schwerwiegender macht, ist, dass die Erinnerungen an das traumatisierende Erlebnis sehr oft verdrängt wurden und daher nicht der bewussten Verarbeitung zugänglich sind.
Wer sexuelle Probleme hat und vermutet, dass diese in Missbrauchserlebnissen wurzeln könnten, sollte unter allen Umständen professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Überhaupt sollte jeder, der in seinem Leben sexuell missbraucht wurde, eine Psychotherapie in Anspruch nehmen, da er oder sie auch ohne es bewusst wahrzunehmen unter den Nachwirkungen leiden könnte.
Anzeichen von Missbrauchsfolgen sind:
- Von Anfang an eine Abneigung gegen Sex empfunden zu haben
- Ab der Beziehung zu einem bestimmten Partner eine starke Abneigung gegen Sex entwickelt zu haben
- Durch eine bestimmte Art von Sex eine allgemeine Aversion gegen Sex entwickelt zu haben
- Kontaktstörungen
- Kindheitserfahrungen von Grenzüberschreitungen Erwachsener. Gab es zum Beispiel Situationen, die aus heutiger Sicht als sexuelle Übergriffe empfunden werden oder die einem als Kind unangenehm waren? Oder an die man als Kind immer wieder denken musste, die man aber nie jemand anderem anzuvertrauen wagte?